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Arbeitsvertrag unterschreiben: Diese Punkte solltest du vorher prüfen

GPT GmbH (Parkett & Türen) – Markt Allhau

Der Arbeitsvertrag liegt auf dem Tisch – und jetzt? Nicht einfach unterschreiben. Zehn Minuten Prüfung können dir später Tausende Euro und viel Ärger ersparen. Diese Checkliste zeigt jeden Punkt, den du vor der Unterschrift kontrollieren solltest.

Was im Vertrag steht, gilt. Was nicht im Vertrag steht, regelt der Kollektivvertrag. Und was dem KV widerspricht, ist ungültig – zu deinen Gunsten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Gehalt immer brutto und in Euro schriftlich – mündliche Zusagen zählen nicht
  • Verwendungsgruppe und KV müssen zur tatsächlichen Tätigkeit passen
  • All-in-Klauseln und Überstundenregelungen genau lesen
  • Die Arbeiterkammer prüft Verträge kostenlos – vor der Unterschrift

Dienstzettel oder Arbeitsvertrag?

In Österreich bist du auch ohne schriftlichen Vertrag geschützt: Der Arbeitgeber muss dir spätestens eine Woche nach Arbeitsbeginn einen Dienstzettel aushändigen – ein Dokument mit den wichtigsten Arbeitsbedingungen. Ein schriftlicher Arbeitsvertrag ist aber immer besser, weil er Details festhält. Entscheidend: Auch mündliche Vereinbarungen gelten, sind aber schwer zu beweisen. Deshalb gilt die Regel: Alles Wichtige schriftlich.

Vor der Unterschrift prüfen: Die AK hilft kostenlos – in mehreren Sprachen

Die Checkliste: Diese Punkte prüfen

Punkt im VertragWorauf du achten solltest
GehaltBrutto-Betrag in Euro, schriftlich. Vergleiche mit der KV-Mindesttabelle deiner Verwendungsgruppe
Verwendungsgruppe & KVWelcher KV gilt, welche Gruppe? Sie muss zur tatsächlichen Arbeit passen – sonst droht Unterbezahlung
ArbeitszeitWochenstunden, Normalarbeitszeit, Schichtmodell, Pausen
Überstunden / All-inBei All-in: Wie viele Überstunden sind abgedeckt? Pauschale Abgeltung ist unzulässig
Sonderzahlungen13. und 14. Gehalt ausdrücklich erwähnt?
ProbemonatMaximal ein Monat – längere Klauseln sind ungültig
KündigungsfristenMüssen mit KV oder Gesetz übereinstimmen
UrlaubMindestens 5 Wochen – alles darunter ist ungültig
Nebenpflichten & KonkurrenzverboteSehr weite Klauseln können dich nach dem Job blockieren
Ort & VersetzungFester Dienstort oder Versetzungsklausel für ganz Österreich?
Lade die Checkliste im Kopf mit zum Gespräch – oder noch besser: Lass den Vertrag vorab von der AK prüfen.

Typische Fallen im Arbeitsvertrag

  • Mündliche Gehaltszusagen: Im Gespräch wurden 2.600 Euro versprochen, im Vertrag stehen 2.200? Es gilt der Vertrag
  • Versetzungsklauseln: Der Dienstort ist ganz Österreich? Das kann tägliches Pendeln bedeuten
  • Überlange Probezeiten: Alles über einem Monat ist unwirksam
  • Konkurrenzverbote ohne Grenzen: Nach der Kündigung ein Jahr Branchenverbot? Nur in engen Grenzen zulässig
  • Fehlende KV-Zuordnung: Ohne Verwendungsgruppe kannst du nicht prüfen, ob dein Gehalt stimmt

Kostenlose Prüfung durch die Arbeiterkammer

Du musst den Vertrag nicht allein verstehen: Die Arbeiterkammer prüft Arbeitsverträge kostenlos – persönlich, telefonisch oder per E-Mail, in vielen Regionen auch auf Englisch, Polnisch, Rumänisch und anderen Sprachen. Schick den Vertrag vor der Unterschrift hin. Seriöse Arbeitgeber haben damit kein Problem – im Gegenteil.


Häufige Fragen (FAQ)

Ist ein mündlicher Arbeitsvertrag gültig?

Ja, auch mündliche Vereinbarungen gelten – aber der Arbeitgeber muss dir innerhalb einer Woche einen Dienstzettel mit den wichtigsten Bedingungen aushändigen. Zum eigenen Schutz: alles Wichtige schriftlich festhalten.

Was tun, wenn das Gehalt im Vertrag niedriger ist als besprochen?

Vor der Unterschrift ansprechen und korrigieren lassen. Nach der Unterschrift gilt der Vertrag – mündliche Zusagen sind dann kaum noch beweisbar.

Wo kann ich meinen Arbeitsvertrag kostenlos prüfen lassen?

Bei der Arbeiterkammer (AK) deines Bundeslands – persönlich, telefonisch oder online. Die Prüfung ist kostenlos und in vielen Sprachen möglich.


Fazit

Ein Arbeitsvertrag ist kein Formalakt, sondern die Grundlage deiner nächsten Jahre: Gehalt, Verwendungsgruppe, Arbeitszeit, Überstunden, Fristen. Zehn Minuten Checkliste – oder ein kurzer Anruf bei der Arbeiterkammer – und du unterschreibst mit ruhigem Gewissen. Gute Arbeitgeber erwarten genau das von dir.